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März 2017
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Aktuelles zur Lage für Drogenabhängige auf der Krim

Die gegenwärtige Situation in der Ukraine ist sowohl von außen als auch von innen schwer zu durchschauen und zu bewerten. Vor fünf Monaten war es für beinah alle Ukrainer noch unvorstellbar, dass der damals amtierende Präsident Viktor Janukowitsch vier Monate später nicht mehr im Amt sein wird.

Es herrscht derzeit eine große Verunsicherung in der ukrainischen Bevölkerung. Viele haben Angst vor bewaffneten Auseinandersetzungen oder Einberufungen bei Mobilmachung. Einige unserer Partner vor Ort beschreiben die aktuelle Lage mit den Worten, „sich im Krieg zu befinden“.

Am Dramatischsten stellt sich die Situation natürlich auf der Krim dar. Beispielsweise werden die 800 Personen, die sich bisher in Substitutionsprogrammen befanden, diese nicht mehr bekommen. Substitution ist in Russland verboten. Aber auch in anderen Regionen der Ukraine sind unsere Partner vor Ort stark verunsichert. Aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Krise existieren dramatische Engpässe der Programme und Projekte. Die zukünftige Ausrichtung der staatlichen HIV/Aids-Strategie ist ungewiss und bisherige Ansprechpartner in den staatlichen Stellen können und werden nach den zu erwartenden Veränderungen vermutlich nicht mehr so zur Verfügung stehen.

Parallel dazu beobachten wir jedoch auch eine nicht unbedeutende oder zu vernachlässigende Hoffnung bei unseren Partnern vor Ort, dass sich gesellschaftlich Rahmenbedingungen verändern und sich die Situation deutlich verbessert. Insbesondere richtet sich diese Hoffnung auf eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens. Dabei geht es um einen realen Anspruch auf Behandlung und eine freie Wahlmöglichkeit bei medizinischen Angeboten für jeden ukrainischen Bürger. Darüber hinaus sollten staatliche (Gesundheits-)Ausgaben besser kontrolliert, zivilgesellschaftliche Akteure stärker unterstützt und eine Kooperation zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Stellen auf Augenhöhe gewährleistet werden.

Unser  Ziel liegt in der Ausbildung  von Fachleuten und Akteuren der Zivilgesellschaft. Gerade in der momentanen kritischen Situation brauchen die Partner vor Ort Unterstützung und die entsprechenden Rahmenbedingungen, um an einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitswesens sowie am Aufbau von demokratischen Strukturen mitarbeiten zu können. Dies bedeutet Vereinbarungen mit Partnern eingehen zu können und finanzielle Unterstützung zu erhalten.  Der Umbruch in der ukrainischen Gesellschaft birgt große Chancen die Gesellschaft demokratischer zu gestalten und durchgreifende Reformen auf den Weg zu bringen.

Auf der Krim, die jetzt Teil der Russischen Föderation ist, wird dies nicht mehr möglich sein. In Russland fehlen Gesetze, die Substitution ermöglichen. Im Rahmen der gegenwärtigen Gesetzgebung stellt die Substitution illegalen Drogenhandel dar. Die Arbeit von ausländischen Nichtregierungsorganisationen (NGO) wird als Agententätigkeit eingestuft, direkte finanzielle Unterstützungen sind nicht möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass für Russland ein Visum beantragt werden muss. Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeitende von westlichen NGOs keine Einreise auf die Krim bekommen.

Wir, als Connect plus, verstehen uns in der Hauptsache als kontinuierlicher und verlässlicher Partner von zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Ukraine. Daher sind wir in der aktuellen Situation mehr denn je gefragt.

39 comments to Aktuelles zur Lage für Drogenabhängige auf der Krim

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